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Hallo an alle Cineasten und die, die es noch werden wollen,

in diesem Blog werde ich diverse aktuelle und ältere Filme aus verschiedenen Genres bewerten und kritisieren.

Dabei werde ich versuchen, meine Kritik so sachlich, neutral, vorurteilsfrei
und unbeeinflusst wie möglich zu gestalten, jedoch auch meine eigene Meinung einfließen lassen.

Vor der eigentlichen Kritik werde ich zunächst allgemeine Informationen zum jeweiligen Film geben (Titel, Jahr, Regie, Kurzinhalt, ...) und dann den Film nach bestimmten Kritikpunkten beurteilen bzw. rezensieren.

Zum Abschluss der Kritik folgt meine Gesamteinschätzung des Films, diese bewerte ich mit Sternen (Höchstzahl 10 Sterne).
 
Viel Spaß beim Lesen und beim Filme schauen.
 
Patrick
 
PS: Für Kritik, Lob, Anregungen und Eure Meinungen bin ich immer offen.

Alter: 26
 


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Blog

Der Teufel trägt Prada (2006)

Allgemeines

Originaltitel: The Devil Wears Prada

Jahr: 2006

Regie: David Frankel

Länge:  109 Minuten

Altersfreigabe: FSK 0

Kurzinhalt:

Andrea Sachs bekommt den Job, von den Millionen Frauen träumen. Sie wird Assistentin von Miranda Priestley, der berühmt-berüchtigten Chefredakteurin der Modezeitschrift 'Runway'. Als sie ihre neue Stelle antritt, ahnt sie jedoch noch nicht, dass sie für den Teufel höchstpersönlich arbeitet, denn Miranda liebt es, ihre Angestellten zu schikanieren und in Angst und Schrecken zu versetzen. Doch so schnell lässt Andrea sich nicht unterkriegen und gibt ihr Bestes. Kann sie jemals Mirandas hohen Anforderungen gerecht werden?

 

Kritik

 "Der Teufel trägt Prada" bietet dem Zuschauer einen sehr exklusiven, teils fraglichen, teils wahrheitsgemäßen Blick  hinter die Kulissen eines erfolgreichen Modemagazins. Der Film, welcher auf dem gleichnamigen Roman von Lauren Weisberger basiert, besticht durch sein schnelles Erzähltempo, und durch immer wieder neu auftretenden Wendungen, welche keine Langeweile aufkommen lassen. Auch das Ende des Filmes ist dabei zu keiner Zeit vorhersagbar.  Auch wenn es für mich gerade in der Mitte des Filmes einige Unklarheiten gab (Beispiel: Andrea wird in vielen verschiedenen neuen Outfits gezeigt, Miranda bemerkt diese jedoch erst ziemlich spät, obwohl es offensichtlich ist, dass sich Andrea modisch komplett umorientiert und weiterentwickelt hat), konnte mich gerade die Handlung bei der Fülle an Dingen, die passierten vollends überzeugen. Besonders das weibliche Ensemble, angeführt von Meryl Streep, Anne Hathaway und Emily Blunt, wertet den gesamten Film darstellerisch auf. Erstere durfte sich für ihre Performance über ihre 14. Oscar-Nominierung und ihren 6. Golden Globe freuen. Streep spielt die Rolle der tyrannischen Chefredakteurin mit sehr viel Feingefühl und lässt sie sehr oft durch ihre bloße Mimik sprechen. Wenngleich sie dadurch, mehrfach sicherlich auch ungewollt ein Schmunzeln beim Zuschauer verursacht, schafft sie es dennoch, ihren Charakter niemals lächerlich rüberkommen zu lassen, nämlich immer streng, bestimmt und zielgerichtet. Assistentin Emily, gespielt von Emily Blunt, bildet zum Einen das Team um Miranda, zum Anderen zeigt sie durch ihre versnobte, eingebildete  Arroganz zumindest anfangs Andrea die kalte Schulter. Emily  Blunts Darstellung zeigt wunderbar die stereotypen, klischeehaften Vorstellungen, die die Menschheit heutzutage vom Modebusiness (als Beispiel: Hungern, um schlank zu sein) hat. Da die meisten Lacher vor allem auf ihre Kappe gehen, fehlte mir bei Ihrer Rolle jedoch etwas die Ernsthaftigkeit und anfangs auch die Option, sich weiterzuentwickeln. Diese Entwicklung kommt zwar, für mich jedoch etwas zu spät und leider etwas zu uneinsichtig und undeutlich. Dennoch ist Emily Blunt gerade in diesem Film eine sehr starke Darstellerin, wenn auch nur in einer Nebenrolle, die mir sehr gut gefallen hat und mich größtenteils überzeugen konnte. Anne Hathaway ist  für mich leider die schwächste Schauspielerin im gesamten Film, obwohl man ihre Performance nicht als schlecht, sondern eher als durchwachsen oder mittelmäßig bezeichnen kann. Leider blieb bei ihrem Filmcharakter nicht genug Möglichkeit, sich zu entfalten. Bei so starker Konkurrenz, wie Streep und Blunt, bei denen jede Handlung und Mimik wie selbstverständlich wirkt, hat es Anne Hathaway jedoch sehr schwer gehabt, gegen beide anzukommen. Ganz will ich ihre Leistung natürlich nicht in den Boden treten, da sie als Hauptdarstellerin vor allem in Szenen, in denen die beiden anderen nicht vertreten sind, ihr ganzes Können unter Beweis stellt, und hier weniger überfordert wirkt. Noch zu erwähnen wäre hier das Kostümdesign, für welches Patricia Field verantwortlich war. Die Kostüme versinnbildlichen perfekt das ganze Image des Films. Alles wirkt modisch up-to-date und keinesfalls überkitscht. Auch der Soundtrack bietet einige sehr schöne und abwechslungsreiche Tracks.

 

Gesamteinschätzung

"Der Teufel trägt Prada" ist definitiv ein Film, der nicht jedermanns Geschmack trifft, aber wer auf ein starkes weibliches Schauspielensemble  steht und auf gute, kurzweilige, aber dennoch spannende Unterhaltung, ist hiermit bestens beraten. Wie die Realität hinter dem Film tatsächlich aussieht, ist fraglich.

Sterne 7,5/10

 

 

 

11.1.15 18:24, kommentieren

Boyhood (2014)

Allgemeines

Originaltitel: Boyhood

Jahr: 2014

Regie: Richard Linklater

Länge: 163  Minuten

Altersfreigabe: FSK 6

Kurzinhalt:

Der Film erzählt in einem Zeitraum von zwölf Jahren die Geschichte des jungen Mason.

 

Kritik

Zunächst sollte man anmerken, dass wenn man sich auf 'Boyhood' einlässt keine actionreiche Story erwarten darf. Es wird der ganz normale Alltag des jungen Mason dargestellt.  Dabei wirken Dialoge, Figuren und der ganze Rahmen der Geschichte unglaublich realistisch und nachvollziehbar. Man hat teilweise das Gefühl, dass man bei einer fremden Familie durch das Schlüsselloch schaut. Man fühlt, lacht und leidet mit den Protagonisten. Sehr markant und ungewöhnlich für das Drehbuch, welches von Regisseur Richard Linklater verfasst wurde ist, dass viele Dialoge von den Darstellern selbst mitgeschrieben wurden, wobei eigene Erfahrungen und auch Entwicklungen sich auf die Filmcharaktere auswirken. Ein weiterer Pluspunkt, den die Handlung von mir bekommt ist das Einbeziehen von historischen oder vielmehr zeitgenössischen Eigenarten wie z.Bsp. der Hype um Harry Potter, der Irakkrieg, die Präsidentschaftswahl um Barack Obama etc. So fiel es einem als Zuschauer sehr leicht, sich in der Zeit zu orientieren. Meiner Meinung nach gab es jedoch auch Stellen, die für mich nicht ganz logisch waren z.Bsp. weiß man am Anfang nicht, wie alt Mason überhaupt ist, es lässt sich nur schätzen; und als Mason mit seinem Vater im Stadion bei einem Baseballspiel ist und ihn urplötzlich frag, ob er einen Job hat. Sehr unrealistisch und nicht nachvollziehbar. Auch wurden manche Sachen für mich zu kurz angerissen, und dann später nicht gut genug ausgebaut. Beispiel hierfür ist die Beziehung zwischen Mason und seiner Freundin Sheena. Diese wurde mir zu kurz dargestellt. Nachdem die beiden sich getrennt haben spürt man Masons Leiden, man weiß nur leider nicht warum er so leidet, da man zu wenig Informationen über das Verhältnis der beiden erzählt bekommt. Aufgrund der jedoch ohnehin schon sehr langen Spielzeit von 2,5 Stunden konnte ich dies jedoch verkraften. Darstellerisch betrachtet bietet der Film einige neue, aber auch bereits bekannte Talente im Filmbusiness. Nachwuchsdarsteller Ellar Coltrane gab für insgesamt 12  Jahre die Rolle des Mason. Anfangs fand ich ihn super besetzt, vor allem in den Jahren, in denen er selbst Kind ist. Schauspielerisch lässt es sich darüber streiten, ob das Ganze als gut oder eher mittelmäßig einzustufen ist. Mit zunehmenden Alter fand ich sein Charakter etwas zweifelhaft dargestellt. Er wirkte auf mich eher in sich gekehrt, verschlossen und teilweise zu ruhig für einen Teenager in der Pubertät. Betrachtet man aber das soziale Umfeld von Mason, so ist dies zu gewissen Teilen nachvollziehbar, aber nicht ganz. Ganz anders ging es mir hier bei Patricia Arquette, die Masons Mutter verkörpert. Zu Beginn noch etwas unbeholfen, läuft sie mit fortschreitender Spielzeit zu schauspielerischer Höchstform auf. Man hat teilweise das Gefühl, als könne man in ihr Innerstes blicken und ihre Gedanken miterleben. Auch die Entwicklung ihrer Figur kann man sehr gut verfolgen. Auch wenn sie beruflich aufstrebt und sich immer die falschen Männer aussucht, bleibt sie stets in ihrer Mutterrolle fest verankert. Für die bevorstehende Awardsaison dürfte sie eine der großen Abräumer werden, wenn nicht sogar für Golden Globe und Oscar. Masons Vater, gespielt von Ethan Hawke, ließ für mich zu viele Lücken, was aber am Drehbuch liegen könnte und nicht an seinen schauspielerischen Können. Er hat leider zu wenig Screentime abbekommen, wenngleich auch einige gute und authentische Szenen auf seine Kosten gehen, vor allem, wenn er mit seinem Sohn im Gespräch ist. Richard Linklater, der vielen vor allem durch 'Before Sunrise' (1995), 'Before Sunset' (2004) und 'Before Midnight' (2013) bekannt sein dürfte führte Regie. Und für seine Leistung muss man wirklich den Hut ziehen. Allein das Konzept, einen Film über 12 Jahre lang mit denselben Darstellern zu drehen und deren eigene Erfahrungen mit einzubeziehen und vor allem, dieses Projekt auch durchzuziehen und zu realisieren, sollte schon mit einem Oscar belohnt werden. Besonders beeindruckend fand ich, dass Linklater den Fokus nicht nur auf Mason und dessen Älterwerden setzt, sondern auch auf dessen Familie. Durch die Kameraführung hat man meiner Meinung nach immer das Gefühl, als würde man sich direkt im Geschehen befinden und die ganze Szene als stiller Beobachter mit verfolgen. Cutterin Sandra Adair  hat es geschafft, die 2,5 Stunden Spielzeit wie im Fluge vergehen zu lassen. Die anfänglichen Sequenzen aus der Kindheit Masons wurden dabei kürzer gehalten und fügen sich wunderbar mit den späteren Szenen aus der Jugendzeit des Teenagers zusammen und schaffen somit ein perfektes Gesamtbild. Da sich der Film deutlich auf die Handlung und Entwicklung eines jungen Menschen und dessen sozialen Umfeldes beschränkt, wurde diesbezüglich auch beim Szenenbild gespart, was vor allem fürs Auge sehr angenehm ist. Man bekommt sehr schöne Natur- und Innenaufnahmen zu sehen, die sich dezent und genau richtig in den Film einbinden. Wer also opulente Kulissen sehen will, ist hier falsch. Mir ist durchaus bewusst, dass man bei einem reinen Familiendrama keine großartig geschneiderten Kostüme erwarten darf, jedoch haben mich vor allem die Kostüme von Mason teilweise etwas verwirrt. Als Kind trägt er sehr zeitgemäße Klamotten, mit fortschreitenden Alter jedoch wird seine Mode immer rückschrittlicher. Eigentlich müsste es doch genau umgekehrt sein, oder? Ich meine, ein Jugendlicher definiert sich doch oft auch durch seine Klamotten und geht mit der Zeit mit, während als Kind die Mode meist von den Eltern bestimmt wird. Die große Frage, die für mich am Ende von 'Boyhood' bleibt ist, ob bei diesem Film überhaupt Visagisten und Friseure beschäftigt waren, da es nicht wirklich danach aussieht. Vor allem im Bereich des Make-Ups. Man muss hier jedoch ganz klar dazu tendieren, dass es nur natürlich ist im Teenageralter Pickel und Akne zu haben, so wie es bei Ellar Coltrane auch zu sehen ist. Das Ganze nicht zu überschminken verleiht dem Film dadurch nur noch mehr Authentizität und Echtheit. Was leider bei dem ganzen Film fehlt, ist ein Score. Es werden zwar viele Szenen mit Songs untermalt, die, wie ich finde sehr gut passen, vor allem 'Hero' von Family of the year, jedoch hätte ich mir ein musikalisch wiederkehrendes Thema gewünscht, auf das man sich bezieht. 

Gesamteinschätzung

'Boyhood' ist einer der Filme, die man unbedingt gesehen haben muss, gern auch mehrmals. Auch wenn der Film recht einfach gestrickt ist, entfaltet sich mit fortschreitender Handlung ein unglaublich beeindruckendes Gesamtkunstwerk, dass mir zumindest noch für sehr lange Zeit im Gedächtnis bleiben wird, und sicherlich bei der kommenden Oscarverleihung einige Goldjungen mit nach Hause nehmen wird, wenn nicht sogar den Oscar als "Bester Film", "Beste Regie", Bestes Drehbuch" und "Beste Nebendarstellerin".

Sterne 8,5 / 10

 

 

 

4.1.15 18:39, kommentieren

Mein Top 10 der fiesesten Disney-Bösewichte

Platz 10: Dschafar aus "Aladdin"

Zunächst erscheint Dschafar als Großwesir und Zauberer ziemlich eintönig und langweilig. Die Mittel, die er jedoch einsetzt, um zu sein Ziel zu erreichen, sind alles andere als langweilig. Mit Manipulation, Hypnose und geschickter Gestaltwandlung schafft er es schließlich, Aladdin, den Sultan und alle anderen aufs Glatteis zu führen. Leider zu dumm, dass er schlussendlich die falsche Wahl trifft, nämlich sich in einen Dschinn verwandeln zu lassen, denn damit verliert er ja auch durch die damit verbundene Wunderlampe seine Macht und Freiheit.

Platz 9: Richter Claude Frollo aus "Der Glöckner von Notre Dame"

Ein Bösewicht in Form eines frommen Richters, der ein entstelltes Zigeunerkind aufnimmt. Klingt zunächst sehr unrealistisch. Frollos Beweggründe reichen jedoch tiefer. Da er Quasimodos Mutter auf dem Gewissen hat und eigentlich sehr glaubensstark ist, fürchtet er selbstverständlich auch das Fegefeuer nach seinem Tod. Nichts desto trotz  verfolgt er weiterhin Zigeuner und hält Quasimodo vor der Welt versteckt. Scheint anfangs alles ziemlich harmlos zu sein. Da er jedoch auch vor versuchten Mord nicht zurückschreckt, was sich vor allen am Ende des Filmes offenbart, ist er meiner Meinung nach einer der etwas harmloseren Disney-Fieslinge. Wenn auch nicht der schlimmste von allen.

Platz 8: Madame Medusa aus "Bernhard & Bianca"

Allein die Tatsache, dass Madame Medusa ein kleines Waisenkind entführt, um diese für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen, ist für mich ein absoluter Grund, sie in meinen Top 10 zu erwähnen. Hinzu kommt noch die psychische Gewalt, die sie der kleinen Penny antut. All das bringt sie auf meine Hassliste der Disney-Charaktere und sichert ihr Platz 8 in meinem Ranking.

Platz 7: Mutter Gothel aus "Rapunzel - Neu verföhnt"

Gothel und Madame Medusa scheinen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Sie beide entführen ein Mädchen und verüben dann den abartigsten Psychoterror. Gothels Beweggründe unterscheiden sich jedoch um einiges. Sie braucht Rapunzel, um ihre Jugend wieder aufleben zu lassen. Da passt es ihr natürlich rein gar nicht, dass Rapunzel sich mit einem gutaussehenden jungen Mann aus dem Staub macht und ihre Freiheit in vollen Zügen auskostet. Also greift sie zu guter Letzt zu etwas drastischen Maßnahmen.  Sie bringt Flynn (beinahe) um und will Rapunzel für immer in den Turm einsperren. Der Plan geht allerdings daneben, was zu Folge hat, dass sie sich buchstäblich in Luft auflöst. Für mich ist sie eine großartige Schurkin, wenngleich sie teilweise sehr überspitzt dargestellt wird.

Platz 6: Scar aus "Der König der Löwen"

Scars Herrschsucht bringt ihn (wenn auch nicht in die Top 5) immerhin auf meinen Rang 6. Selten war ein Disney-Charakter durchtriebener und gerissener als sonst einer.  Auch bei Scar liegt ein deutliches Motiv für sein Handeln  vor: Herrschsucht, Eifersucht, Grausamkeit. Durch seine Taten stürzt er nicht nur seinen Bruder in den Tod und Simba in die Flucht, sondern auch ein ganzes Königreich ins Verderben. Sicherlich ist das alles sehr schlimm und furchtbar ist, wie er das ganze jedoch einfädelt ist unglaublich faszinierend und zeugt von großer Intelligenz. Obwohl er in meiner persönlichen Hitlist nicht das Siegertreppchen besteigt, zählt er für mich zu einer der intelligentesten und hinterlistigsten Disney-Figuren aller Zeiten.  

Platz 5: Lady Tremaine aus "Cinderella"

Eine genaue Begründung, warum gerade SIE auf meinem Platz 5 gelandet ist, kann ich nicht mal sagen. Vielleicht ist es ihr unheimliches, geheimnisvolles Wesen. Vielleicht auch ihre trockene, aber dennoch vielsagende Art (spontan fällt mir da die Szene ein, in der die Schwestern Cinderellas Kleid zerreißen und sie danach nur nüchtern von sich gibt: "Kinder, bitte. Jetzt ist es genug." und danach noch sarkastisch hinzugibt: "Gute Nacht.". Möglicherweise fasziniert mich auch die Tatsache, dass sie so clever ist, zu durchschauen, dass Cinderella der geheimnisvolle Gast auf dem Ball war und sie deshalb in ihrem Zimmer einsperrt, und selbst als sich Cinderella befreien kann, sofort wieder eine neue Idee hat, wie sie das Happy-End vernichten kann, in dem sie den Herzog ein Bein stellt und dieser den gläsernen Schuhfallen lässt. Sicherlich zählt auch die Art, wie sie dargestellt wurde, zu meiner Beurteilung. Ich meine, mal ganz ehrlich, hat je eine Zeichentrickfigur so realistisch ausgesehen?

Platz 4: Ursula aus "Arielle, die Meerjungfrau"

Ursula ist der Wiedersacher im Klassiker "Arielle, die Meerjungfrau". Zunächst fett und hässlich, im nächsten Moment wunderschön und mit engelsgleicher Stimme. Ursula scheint zunächst ein ziemlich klaren Ziel zu verfolgen: den Meereskönig vom Thron stürzen. Doch gerade dann, wenn sie kurz davor ist zu scheitern, ersinnt sie einen Plan, Arielles Glück doch noch zu zerstören. Und auch als das nichts mehr bringt, hat sie noch ein letztes Ass im Ärmel, und herrscht eben mal (wenn auch nur für Minuten) über alle Weltmeere. Sosehr man sich(trotz ihrer Ideenvielfalt) ein grausames Ende für sie erhofft, und sich dieses auch letztendlich erfüllt, bleibt sie dennoch eine der (zumindest im Meer) fiesesten Bösewichte der Walt Disney Erfolgsgeschichte. Zumindest im Bereich Meer fällt mir spontan keine Bösartigere ein.

Platz 3: Die böse Königin aus "Schneewittchen und die sieben Zwerge"

Wir kommen zum 3. Siegertreppchen. Sie war die erste Antagonistin der abendfüllenden Reihe Walt Disney's Meisterwerke. Und sicherlich dient sie heute (wenn auch nicht mehr direkt) als Vorbild für alle die, die danach kamen. Die böse Königin aus Schneewittchen. Darstellerisch perfekt getroffen (auch hier wirkt die Animation unglaublich realistisch und wirklichkeitsnah).  Ihren Plan, die Schönste im Land zu sein, setzt sie (nach zugebenermaßen anfänglichen Schwierigkeiten durch die Feigheit des Jägers) konsequent und direkt durch. Sie greift direkt zum vergifteten Apfel und verwandelt sich in die wohl furchtbarste Disney-Hexe überhaupt. Mal ganz ehrlich. Wer würde so einer hässlichen Alten schon einen Apfel abnehmen?

Platz 2: Cruella de Vil aus "101 Dalmatiner"

Leider gibt es heutzutage immer noch Modefirmen die mit den Pelzen von Tieren experimentieren bzw. diese verarbeiten. Cruella De Vil wäre wahrscheinlich in der wirklichen Welt die meistgehasste Frau überhaupt. Für mich ist sie es auch, zumindest was das Thema Hunde und Pelze angeht. Allein der Gedanke, dass ihr das Leben von Hundewelpen vollkommen egal ist, und sie nur auf dessen Haut aus ist, ist unbegreiflich und absolut erschütternd. Immerhin bringt ihr diese Einstellung in meinem Ranking den 2. Platz. Doch die Dame, die danach kommt, toppt meiner Meinung nach jeden der vorher genannten in Sachen Bösartigkeit.

Platz 1: Maleficent aus "Dornröschen"

Eine Fee, die keine Flügel besitzt, dafür aber 2 Hörner und einen Raben, der für sie überall spioniert. Maleficent ist ein Paradebeispiel an Boshaftigkeit und die perfekte Verkörperung der berühmt berüchtigten 13. Fee, die nicht eingeladen wurde (obwohl hier eher die Rede von der 4. Fee sein dürfte). Ihr Motiv, die bloße Rache am Königspaar, kann man zwar nicht wirklich nachvollziehen, sie nimmt diese Angelegenheit jedoch sehr persönlich. Und sie tut letztendlich alles, damit sich ihr Fluch erfüllt, und auch damit die Erlösung der Prinzessin sich soweit wie möglich in die Zukunft verschiebt (wenngleich ihr letzteres nur mit mäßigen Erfolg gelingt). Sie belegt absolut meine Spitzenposition, da sie für mich diejenige ist, bei der man auch nach mehrmaligen Schauen des Filmes immer noch eine Gänsehaut bekommt und einen ein kalter Schauer über den Rücken läuft.

31.10.14 22:42, kommentieren

Happy New Year (2011)

Allgemeines

Originaltitel: New Year’s Eve

Jahr: 2011

Regie: Garry Marshall

Länge: 113 Minuten

Altersfreigabe: FSK 0

Kurzinhalt:

Der Film handelt von verschiedenen Menschen, die den Silvesterabend in New York City feiern. Die unterschiedlichen Beziehungen, die diese Menschen dabei haben werden jedoch erst im Laufe der Handlung aufgedeckt.

Kritik

Handlung/Drehbuch

Die Handlung ist einerseits gut durchdacht und in sich logisch aufgebaut, andererseits weist sie jedoch auch einige Schwächen auf. Dies liegt allerdings an der episodenhaften Darstellung. Sobald man sich auf einen Charakter eingelassen hat, wird zum nächsten geschalten, was das Ganze anfangs ziemlich abgehackt und unvollständig wirken lässt. Erst mit vorangeschrittener Spielzeit kann man sich an diese Darstellung gewöhnen und ganz auf die Handlung konzentrieren. Auch die Qualität und Spannung der einzelnen Episoden ist sehr unterschiedlich. Einiges hätte eigentlich ganz wegfallen, anderes wiederum mehr ausgebaut werden können. Bei solch einem Film jedoch ein gutes Mittelmaß zu finden ist zugegebenermaßen sehr schwer, gerade wenn es sich um mehrere Handlungen handelt, die irgendwann zusammen laufen müssen.

Sterne 7/10

 

Darsteller/Schauspielerische Leistung

Im Film wird mit allen, was in Hollywood Rang und Namen hat, förmlich um sich geworfen. Dass dabei leider viele Protagonisten falsch besetzt worden sind, versteht sich von selbst. Das größte Minus, was die Darsteller angeht, liefert Ashton Kutcher ab. Sein Charakter ging mir bereits nach nur 3 Minuten Spielzeit derart auf den Keks, dass ich ihn am liebsten weggezappt hätte. Die überspitzte Darstellung seiner Rolle ist dermaßen nervig und monoton gespielt, dass man als Zuschauer sich zwischenzeitlich fragt, ob derjenige, der ihn für diesen Film verpflichtet hat, besoffen gewesen sein muss. Ashton Kutcher ist es aber mittlerweile sicherlich schon gewöhnt, nur noch schlechte Kritiken zu ernten. Ebenso geht es mir mit Til Schweiger. Was hat er in einem amerikanischen Streifen zu suchen? Er wertet den Film in keinster Weise auf, allerdings auch nicht ab, ergo, weg damit. Aber schauen wir mal auf die Darsteller, die ihre Arbeit hervorragend machen. Dies wäre beispielsweise Halle Berry, die die Krankenschwester Aimee verkörpert. Sie hat hier nur wenig Spielzeit abbekommen, zeigt jedoch damit, dass man auch in einer kleinen Rolle glänzen kann. Das gleiche gilt für Zac Efron. Auch er spielt seine Rolle sehr natürlich und authentisch. Zu erwähnen wäre hier noch Rockstar Jon Bon Jovi, der auch als Schauspieler eine gute Figur macht und dessen Darstellung sehr gut getroffen ist. Auch Michelle Pfeiffer, die sehr ungewohnt Pfade mit ihrer Rolle der schüchternen Büroangestellten Ingrid beschreitet, und Oscar-Preisträgerin Hilary Swank konnten mich überzeugen. Alle anderen Darsteller bewegen sich mit ihren Performances auf normalen Niveau und finden (für mich zumindest) keine besondere Beachtung.

Sterne 7,5/10

 

Regie

Garry Marshall, Regisseur von „Pretty Woman” (1990) und “Valentinstag” (2010), lieferte die Regiearbeit zu “Happy New Year”. Man könnte meinen, dass er sich vielleicht dachte, dass er das, was bei “Valentinstag” schon einmal funktioniert hat, hier noch einmal wiederholen will. Geklappt hat das nicht wirklich, da man sich an mancher Stelle schon denken kann, dass zu guter Letzt eine andere Figurenkonstellation herauskommt, als man sich denkt. Zudem muss man auch anmerken, dass zwischen „Valentinstag“ und „Happy New Year“ Welten liegen, was die Qualität angeht. Der große Fehler, den er hier jedoch wieder begeht, ist, dass er das Augenmerk auf zu viele Protagonisten legt, womit das Ganze ab und zu schnell droht, unübersichtlich zu werden. Dennoch sollte man ihm, für die Idee zu diesem Projekt, gebührenden Respekt zollen, die Umsetzung jedoch, hätte besser sein können.

Sterne 7/10

  

Kameraführung

Die Kameraführung sticht zwar nicht besonders heraus, bleibt jedoch im normalen Rahmen und hält den Film auf einem angemessenen Niveau.

Sterne 10/10

 

Schnitt

Auch der Schnitt ist gut gelungen, und gibt dem Film das, was an mancher Stelle leider fehlt. Jede Schnittfolge ist sehr gut gearbeitet und wirkt keineswegs so, als habe man eben mal alles schnell und unaufmerksam gemacht, um nur einen kurzweiligen unterhaltsamen Film zu produzieren.

Sterne 10/10


Szenenbild

Das Szenenbild im Film ist eines der wenigen Kritikpunkte, dass auch voll und ganz überzeugen kann. Die Darstellung des Time Square in Manhattan in der Silvesternacht ist lebensecht und authentisch in Szene gesetzt und fängt den Spirit der Stadt zum Jahreswechsel sehr gut ein. Schade allerdings, dass das Ganze nicht sehr häufig zum Einsatz kommt, aber auch die anderen Locations sind sehr gut gewählt und dekoriert.

Sterne 9/10

 

Kostüme

Die Kostüme sind den individuellen Charakteren sehr gut angepasst. Vor allem Michelle Pfeiffer’s Outfits unterstreichen die Persönlichkeit ihrer Rolle sehr gut.

Sterne 10/10

 

Make-Up/Frisuren

Auch das Make-Up und die Frisuren zeigen, wenngleich auch alles sehr dezent und normal gehalten ist, dass weniger oft auch mehr ist.

Sterne: 10/10

 

Filmmusik

Der Soundtrack, so hart es auch klingen mag, stellt den größten Schwächepunkt dar. Dieser glänzt nämlich leider nur mit einfallslosen Pop und Rocksongs, teilweise auch traditionellen, die einfach nur einseitig, einfallslos und langweilig sind. Einziger Lichtblick in dem Ganzen ist P!nk’s „Raise your Glass“, welches auch im Trailer verwendet wurde. Es trägt zwar sehr gut zur Silvester- und Partystimmung bei und ist sehr gut ausgewählt, dennoch reißt dieses eine Lied nicht gleich das Ruder rum. Hätte man hier nicht noch wenigstens ein instrumentales Lied komponieren können, dass als Thema in den Film eingebunden wird?

Sterne 1/10

 

Gesamteinschätzung

Jeder Film hat seine guten und schlechten Seiten. Eins ist klar. „Happy New Year“ hat von beiden mehr als genug. Doch trotz alldem will ich den Film nicht ganz in den Dreck ziehen. Man kann nicht etwas aus ihm machen was er nicht ist. Fazit jedoch ist: Garry Marshall sollte in Zukunft die Finger von Episodenfilmen lassen, denn davon gibt es mittlerweile genug und vor allem für jeden Feiertag den passenden (siehe „Valentinstag“ (2010)). Wer den Silvesterabend gemütlich auf der Couch verbringen möchte, der ist mit „Happy New Year“ bestens bedient und unterhalten, um die Zeit bis Mitternacht totzuschlagen. Dennoch gehört dieser Film eher zu denen, die man einmal sieht und schnell wieder vergisst.

Sterne 7/10

 

 

 

30.12.13 20:00, kommentieren

Die Eiskönigin - Völlig unverfroren (2013)

Allgemeines

Originaltitel: Disney’s Frozen

Jahr: 2013

Regie: Chris Buck & Jennifer Lee

Länge: 101 Minuten

Altersfreigabe: FSK 0

Kurzinhalt:

Die Königstöchter Elsa und Anna sind ein Herz und eine Seele. Bis zu dem Tag, als Elsa von ihren Eltern für lange Zeit eingesperrt wird, aus Schutz vor sich selbst und der Außenwelt. Der Grund dafür ist Elsas besondere Gabe, alles durch ihre bloßen Hände in Eis und Schnee verwandeln zu können. Viele Jahre später steht die Krönung Elsas zur Königin an. Auf dieser Zeremonie passiert ein schreckliches Missgeschick, welches Elsa dazu zwingt, ihre Heimat zu verlassen. Sie stürzt das Königreich in einen ewigen Winter und lebt fortan als Eiskönigin in ihrem Palast in den Bergen. Anna macht sich zusammen mit dem Eisverkäufer Kristoff, seinem Rentier Sven und dem Schneemann Olaf auf den Weg, das Land von dem Schnee zu befreien und ihre Schwester zurückzuholen. Eine abenteuerliche Reise beginnt …

Kritik

Handlung/Drehbuch

Der Titel „Die Eiskönigin“ spielt auf Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“ an, auf welchem dies eigentlich basiert. Die eigentliche Handlung hat jedoch nur sehr wenig mit der Schneekönigin gemeinsam, außer, dass es eine Schneekönigin (hier Eiskönigin genannt) gibt, ein Herz, das durch einen Eissplitter langsam gefriert, und, dass sich ein Mädchen auf den Weg zur Schneekönigin macht. Ansonsten ist die Handlung erfunden und basiert nur sehr loseauf dem Originalmärchen. Es werden Personen ins Spiel gebracht , die im richtigen Märchen gar nicht vorkommen. Dies sollte man jedoch nicht als negativ, sondern als überaus positiv betrachten. Die Geschichte ist in sich sehr schlüssig und logisch aufgebaut, es bleiben, wenn überhaupt, nur wenige Fragen offen, was man eigentlich auch von Disney-Filmen gewohnt ist. Ebenfalls typisch für diese Filme sind die kurzen Musiksequenzen bzw. Lieder, die musicalhaft in die Handlung eingeflochten werden, was auch hier der Fall ist. Anfangs jedoch häufen sich diese Lieder, sodass man erst glaubt, es geht den ganzen Film über so weiter, dann jedoch löst sich das Ganze etwas vom Gesang und konzentriert sich mehr auf die Handlung. Desweiteren kann man den Verlauf des Plot als ein ganz klares Plus anerkennen. Immer, wenn man glaubt, die Geschichte wird vorhersehbar, kommen ungeahnte Wendungen ins Spiel, welche die Handlung auflockern und dieser zusätzlich Spannung verleihen. Natürlich gibt es auch ein Happy-End, was bei diesem Film (und vor allem bei diesem Genre) unentbehrlich ist.

Sterne 10/10

 

Charaktere/Sprecher

Die Figuren im Film haben sehr feine Charakterzüge, und sind keinesfalls einseitig dargestellt. Selbst zu Beginn der Handlung eindeutig charakterisierte Figuren machen im Laufe der Geschichte eine Entwicklung bzw. Wandlung durch und können zum Ende hin ganz anders aussehen. Auffallend jedoch ist, dass vor allem die weiblichen Hauptcharaktere (Elsa und Anna) vor allem äußerlich sehr an die Disney-Rapunzel erinnern, was sicherlich dem geschuldet ist, dass der Film von den Machern von „Disney’s Rapunzel – Neu verföhnt“ ist. Dieses stört jedoch nicht, da es ja letztendlich nicht nur auf das Aussehen, sondern auch den Charakter der Figur ankommt. Für alle vorkommenden Charaktere muss ich zu Beginn sagen, dass deren Gestik, aber vor allem die Mimik sehr realistisch umgesetzt wurde, was die Figuren sehr authentisch wirken lässt. Jeder einzelne Charakter wurde sehr individuell und nahezu perfekt in Szene gesetzt. Vor allem Prinzessin Elsa hat viele starke Momente und wurde als sehr facettenreicher Charakter dargestellt. Ihr Handeln ist zu keinem Zeitpunkt der Geschichte zweifelhaft oder unglaubwürdig, sondern immer stets nachvollziehbar. Außerdem lobenswert ist, dass sie, nicht wie im Originalmärchen, als nur böse dargestellt wurde, sondern eher liebenswürdig ist, auf andere jedoch böse wirkt (wobei das Wort böse es hier nicht genau trifft). Bei ihrer Schwester Anna war ich anfangs etwas unsicher, wie ich sie einstufen sollte. Sie wirkt zunächst ziemlich naiv und etwas nervig, dies ändert sich jedoch mit der Zeit. Die Naivität ist für sie als Charakterzug äußerst wichtig, da dies vor allem für den späten Verlauf der Handlung von Bedeutung ist, und da dies einen gewissen Gegenpol zu ihrer Schwester Elsa darstellt. Die männlichen Hauptcharaktere beschränken sich auf den Eislieferanten Kristoff und Prinz Hans. Kristoff ist der wohl einzigste  Charakter in der ganzen Story, der die wenigste Entwicklung mitmacht, obwohl das nicht schlimm ist. Die Figur des Prinzen jedoch wird in diesem Disney-Film anders ausgearbeitet, als es bisher immer üblich war, was allerdings sehr lobenswert ist, da man hier sieht, dass auch Disney sich weiterentwickelt und nicht immer nur auf Altbewährtes setzt. Was natürlich in keinem Film von Walt Disney fehlen darf sind die lustigen Nebenfiguren. Diese treten hier in Form von Kristoffs Rentier Sven und den von Elsa erschaffenen Schneemann Olaf (im Deutschen von Hape Kerkeling synchronisiert, der hier perfekte Arbeit geleistet hat) auf. Vor allem der niedliche Schneemann bringt viele gute Lacher, die zu Beginn seines Auftretens jedoch für meine Verhältnisse noch zu gehäuft waren, im Laufe der Geschichte dann aber etwas seltener vorkamen, besser platziert waren und dann viel mehr Abwechslung in das Ganze brachten. Hoch anrechnen muss man  dem Produktionsteam, dass der Schneemann als lustiger Charakter nicht einfach nur ein sinnloser Lückenfüller ist, sondern auch eine, wenn auch nur indirekt auftretende, Funktion erfüllt, die vor allem kurz vor dem Schluss gut zur Geltung kommt. Etwas zu kurz kommt leider das Rentier Sven, jedoch hatte ich an dieses keine großen Erwartungen, von daher wurde ich auch nicht enttäuscht. Er bildet mit Olaf zusammen ein gutes Team, das vor allem bei jungen Zuschauern viel Sympathie ernten wird.

Sterne 10/10

 

Regie

Die Regisseure bieten dem Zuschauer einen sehr  guten technisch ausgearbeiteten Film. Sie legen den Fokus nicht nur auf die Personen, sondern auch auf dessen Umgebung und die Landschaften, die sich scheinbar immer aufeinander auswirken. Der Beginn der Geschichte ist meiner Meinung nach jedoch etwas zu abrupt. Ich hätte mir schon gewünscht, auch zu wissen, woher Elsa die Gabe besitzt, Eis und Schnee zu erschaffen. Da der Rest der Handlung jedoch sehr detailreich dargestellt wird, ist dies nur ein kleiner störender Faktor. Gut gewählt ist auch die Erzählperspektive. Diese switcht anfangs zwischen den Prinzessinnen hin und her, dann wird das Hauptaugenmerk auf Anna gelegt, ab und zu wieder ins Königreich geschaut, und zum Schluss hin alles so aufgebaut, dass alles zusammenläuft und miteinander verbunden wird.

Sterne 9,5/10

  

Schnitt

Der Schnitt in diesem Film passt sehr gut zu jeder Stimmung. Schnelle Schnittfolgen kommen nur sehr selten vor, was den Zuschauer sehr gut die Möglichkeit gibt, alles sehr intensiv auf sich wirken zu lassen und sich von allem ein gutes Bild zu machen.

Sterne 10/10

 

Spezialeffekte

Die Spezialeffekte machen wohl den Löwenanteil am ganzen Film aus, da es sich um einen Animationsfilm handelt. Die Effektmanager haben mit sehr viel Liebe zum Detail wunderschöne, eindrucksvolle Bilder erschaffen. Vor allem die Szenen des Eispalastes können hier ordentlich punkten und überzeugen. Farblich hat man sich an winterliches blau und weiß gehalten, was die Stimmung des Filmes sehr gut unterstreicht. Der künstlich erzeugte Schnee wirkt weich und flauschig, so wie es in einer Märchen-Adaption sein sollte; auch die Kälte kommt visuell sehr gut zur Geltung. In einigen Szenen fällt besonders der fallende Schnee auf, der wie winzig kleine Eiskristalle gearbeitet wurde, ein weiterer Pluspunkt in Sachen liebevolle Details. Kleinste und eigentlich banale Dinge wurde sehr fein ausgefeilt, wie z.Bsp. wenn Licht auf Eis trifft kann man teilweise sehr kleine Kristalle erkennen. Sicherlich keine leichte Arbeit für die Effektmanager. Dennoch wurde auch darauf geachtet, den Film nicht zu überspielen, und nur wichtige Sache genau herauszuarbeiten. Wobei man hier gar nicht genau sagen kann, was dann als unwichtig betrachtet wurde, da alles absolut perfekt in Szene gesetzt wurde. Das Auge bekommt wirklich etwas geboten.

Sterne 10/10

 

Szenenbild

Die Orte beschränken sich auf das Königsschloss, den Wald und das Eisschloss der Eiskönigin. Wie ich finde, sind diese Orte für die Geschichte sehr gut gewählt und gut überschaubar. Jeder Ort passt sich sehr gut in die Handlung ein und ist bis ins feinste Detail ausgearbeitet. Der Eispalast besitzt beispielsweise einen eisig glatten Fußboden, der seine Schönheit durch Spiegelungen und Lichteinfälle entfaltet. Auch die immer wieder auftauchenden Eissplitter sind sehr schön in Szene gesetzt. Alles in allem lässt das Szenenbild keine Wünsche offen, da auch hier an visuellen Effekten nicht gespart wurde.

Sterne 10/10

 

Kostüme

Die Kostüme bestechen durch Einfallsreichtum und Ideenvielfalt. Da die Geschichte im Winter spielt, wurden die Figuren auch dementsprechend gekleidet. Aber selbst hier zeigt sich, wie kreativ die Effektmanager gewerkelt haben, um die sehr schönen Kostüme zu kreieren. Die Kälte ist durch die Kostüme allgegenwärtig, selbst das selbstgezauberte Kleid der Eiskönigin  vermittelt dies, obwohl hier nicht mit Pelz, Mantel oder Mütze gearbeitet wurde, und unterstreicht ihren Charakter sehr gut.

Sterne 10/10

 

Filmmusik

Wie schon erwähnt, wird in diesem Film häufig gesungen, wie es in Disney-Filmen halt üblich ist. Jeder Song ist absolut hörenswert und geht sofort ins Ohr. Sowohl die deutschen als auch die englischen Versionen haben es in sich und können auf ganzer Linie überzeugen. Besonders hervorzuheben ist hier der Song „Let it go“ (im Deutschen: „Lass jetzt los", gesungen von Musical-Darstellerin Idina Menzel. Der Song unterstreicht perfekt die Szene, in der er gespielt wird und kommt dadurch natürlich noch besser zur Geltung. Man darf wohl davon ausgehen, dass „Let it go“ nicht nur auf der Nominierungsliste für den „Best Original Song“ bei den Academy Awards 2014 steht, sondern, dass er den Oscar in dieser Kategorie auch mit großer Sicherheit abräumen wird.

Sterne 10/10

 

Gesamteinschätzung

Disney hat mit „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ wieder einmal bewiesen, dass man Märchen sehr interessant gestalten und aufpeppen kann. Sowohl Disney-Fans als auch Nicht-Fans wird hier ein sehr aufwändig gestalteter Animationsfilm präsentiert, der mit einer spannenden Handlung, tollen Spezialeffekten, gut ausgearbeiteten Charakteren und großartigen Songs aufwartet. Auch wenn in meiner Gesamtwertung ein halber Stern zur vollen Punktzahl fehlt, gebe ich den Film trotzdem die Höchstpunktzahl von zehn Sternen, da mich der Film auf ganzer Linie überzeugt hat, und die kleinen Mängel überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Wäre schon sehr verwunderlich, wenn „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ 2014 nicht den Oscar für den „Besten animierten Spielfilm“ gewinnt. Verdient hätte er es allemal.

Sterne 10/10

 

 

11.12.13 02:32, kommentieren

Tatsächlich...Liebe (2003)

Allgemeines

Originaltitel: Love Actually

Jahr: 2003

Regie: Richard  Curtis

Länge: 125 Minuten

Altersfreigabe: FSK 6

Kurzinhalt:

Der Film erzählt episodenhaft die Geschichte von verschiedenen Personen fünf Wochen vor dem Weihnachtsfest bis zum Heiligabend. Die Geschichten greifen dabei ineinander über und laufen schließlich alle zu einem Erzählstrang zusammen.

 

Kritik

Handlung/Drehbuch

Die Handlung setzt sich aus vielen einzelnen Geschichten zusammen, die immer durch einen oder mehrere Umstände miteinander verknüpft sind. Zu Beginn wird jeder Plot nur kurz angerissen, ohne dem Zuschauer dabei zu viel preiszugeben. Dann wird jede der Handlungen für sich ausgebaut und unter den Geschichten hin- und hergeswitched. Durch die vielen Einzelgeschichten vergeht dabei die Spielzeit des Filmes von 125 Minuten wie im Fluge. Jedoch hat auch dies einen negativen Beigeschmack.  Der Film beinhaltet insgesamt 9 Episoden (wenn man diese überhaupt so nennen kann), mit einer Fülle an Charakteren, deren Beziehung zueinander sich zwar im Laufe des Filmes aufklärt, jedoch wären 2 Geschichten weniger der ganzen Handlung dienlicher gewesen (nämlich die, des Botenjungen Colin und der Lichtdoubles Judy und John). Teilweise wirkt die Handlung einiger Geschichten auch sehr konstruiert und unglaubwürdig. Dies gilt aber nicht für alle Episoden, da in anderen ungeahnte Wendungen passieren (z.Bsp. bei Juliet, Mark und Peter, sowie Sarah und Karl), was das Ganze wiederum interessant macht, und den gesamten Plot aufpeppt. Dennoch wäre es vielleicht besser gewesen, sich eher auf weniger Personen zu konzentrieren, da sonst die Gefahr besteht, die Übersicht zu verlieren. Zudem ist das Drehbuch nicht wirklich gut ausgearbeitet, da sich hier beispielsweise Haupt- und Nebenhandlung nicht voneinander unterscheiden lässt.

Sterne 7/10

 

Darsteller/Schauspielerische Leistung

Da im Film sehr viele Darsteller mitwirken, fällt das Zusammenspiel auch unterschiedlich gut bzw. schlecht aus. Man hat das Gefühl, dass einige Schauspieler/innen( die sonst eigentlich immer gut und solide ihre Rollen spielen) durch ihre, im Vergleich zu anderen Akteuren, nur kurze Bildschirmpräsenz, versuchen, ihre Rolle zwanghaft in den Vordergrund zu rücken. Bei einem Film wie „Tatsächlich…Liebe“ funktioniert dies allerdings nur bedingt, da es keine wirklichen Haupt- und Nebenrollen gibt. Bei einigen Darstellern geht dieser Versuch, um es milde auszudrücken, absolut daneben. Beispielsweise Hugh Grants Rolle des britischen Premierministers hätte etwas dezenter und seriöser dargestellt werden können, da er sehr oft gekünstelt, unglaubwürdig, lächerlich und überhaupt nicht nachvollziehbar wirkt. Bill Nighy wiederum, als alternder Rockstar, der ein Comeback wagt, sorgt bei jedem Auftritt für gut positionierte Lacher. Er kommt dabei aber viel echter rüber, als Hugh Grant, da er, besonders am Schluss beweist, dass er auch einen weichen Kern besitzt und nicht nur Rocker ist. Oscar-Preisträgerin Emma Thompson („Wiedersehen in Howards End“, 1992) zeigt, wie sie einer ganz banalen und eigentlich langweiligen Rolle so Leben einhauchen kann, dass diese dann interessant und facettenreich wirkt. Ale anderen Schauspieler/innen spielen ihre Rolle auf normal gutem Niveau, hervorzuheben kann man hier leider keinen mehr. Vielleicht liegt dies aber auch am Drehbuch, da nicht wirklich jeder zum Zug kommt oder auch falsch besetzt wurde.

Sterne 7/10

 

Regie

Regisseur Richard Curtis legt mit „Tatsächlich…Liebe“ leider keine Glanzleistung hin, was man von ihm eigentlich gar nicht gewöhnt ist, da er in Filmen wie „Notting Hill“ (1999) oder „Bridget Jones-Schokolade zum Frühstück“ (2001) viel besser Regie geführt hat, und diese Filme viel besser strukturiert sind. Durch die vielen Handlungsstränge ist leider auch nicht ersichtlich, auf wen er den Schwerpunkt setzt, was sehr verwirrend ist. Alles wirkt, als habe man mal eben alles, was sich finden lässt, in einem Topf geworfen, in der Hoffnung, es wird schon was Gutes dabei rauskommen. Funktioniert hat das leider nicht so ganz. Hoch anrechnen muss man ihm allerdings, dass er das Thema Liebe in jeder Episode streng durchzieht und es überall durchblicken lässt. Das verleiht dem Film dennoch, wenn auch nur wenig, das gewisse Etwas.

Sterne 6/10

 

Kameraführung

Die Kamera im Film beschränkt sich überwiegend auf Personenaufnahmen, was nachvollziehbar ist, da auch das Drehbuch hier nicht mehr hergibt. Die Kameraführung bleibt im normalen Rahmen und ist eigentlich recht gut gelungen, sollte jedoch nicht überbewertet werden.

Sterne 7/10

 

Schnitt

Der Cutter Nick Moore hatte mit diesem Film alle Hände voll zu tun, da durch die vielen Episoden auch sehr oft Orts- und Personenwechsel stattfinden. Er hat es dennoch geschafft, jedem Darsteller eine gewisse Zeit an Bildschirmpräsenz zu verschaffen, wenngleich es bei einigen auch mehr (z.Bsp. bei Laura Linney), bei anderen wiederum weniger hätte sein können (z.Bsp. bei Hugh Grant). Positiv sind zusätzlich die Einblendungen für den Zuschauer, um den Handlungsverlauf zeitlich einordnen zu können (z.Bsp. „5 Wochen vor Weihnachte“, etc.).

Sterne 7/10

 

Szenenbild

Die Szenenbildner und Dekorateure setzen bei diesem Film auf ein schlichtes und einfaches Design, wodurch der Film sehr natürlich wirkt. Man bekommt zwar häufig Wohnzimmer, Büros, Schlafzimmer etc. zu sehen, da aber die einzelnen Geschichten im Alltagsleben angesiedelt sind, ist dies überaus passend.

Sterne 9/10

 

Kostüme

Auch die Kostüme halten sich im normalen, einfachen Bereich, was aber nicht heißt, dass irgendetwas billig aussieht oder gestellt wirkt. Eine besondere Beachtung verdienen die Kostümdesigner dafür jedoch leider nicht (wenn dies auch hart klingen mag).

Sterne 7/10

 

Make-Up/Frisuren

Als Zuschauer sollte man bei diesem Film auch beim Thema Make-Up/Frisuren die Erwartungen anpassen, und im Hinterkopf behalten, dass es sich hier um Menschen aus dem Alltagsleben handelt, und man dementsprechend auch „normale“ Sachen zu sehen bekommt. Und so ist es bei diesem Film tatsächlich. Das Make-Up ist sehr dezent und die Frisurengestaltungen bleiben im normalen Rahmen. Was allerdings das Make-Up von Heike Makatsch angeht, so muss man leider sagen, dass die Make-Up Artists hier entweder einen schlechten Tag hatten, oder einfach nur experimentierfreudig waren. Sie wirkt viel zu überschminkt, was ihrer Rolle zwar förderlich ist, sie jedoch total unästhetisch aussehen lässt.

Sterne 7/10

 

Filmmusik

Die Filmmusik ist in „Tatsächlich…Liebe“ ein echter Lichtblick. Es wechseln sich Popsongs, moderne Weihnachtslieder und der von Craig Armstrong komponierte Score ab. Der Musikeinsatz wirkt dabei zu keiner Zeit nervend oder überspielt, sondern immer genau passend und gut gewählt. Besonders hervorzuheben ist das Hauptthema „Glasgow Love Theme“, welches öfters zum Einsatz kommt und immer zur Stimmung der jeweiligen Szene passt (respektvolle Leistung).

Sterne 10/10

 

Gesamteinschätzung

Trotz vieler negativer Kritikpunkte muss man sagen, dass „Tatsächlich…Liebe“ durchaus sehenswert ist, vor allem in der Weihnachtszeit. Man sollte jedoch nicht allzu viel erwarten und annehmen, dass man hier ein filmisches Meisterwerk vor sich hat (denn das ist er bei Weitem nicht). Dann wird man auch belohnt und kann dem  Episodenfilm sicherlich etwas abgewinnen. Fans von romantischen Komödien, die auch mal mit „Nicht-Happy-Ends“ oder offenen Enden leben können, liegen mit diesem Film gewiss nicht falsch und kommen voll auf ihre Kosten.

Sterne 7/10

8.12.13 11:43, kommentieren

Die Tribute von Panem - Catching Fire (2013)

Allgemeines

Originaltitel: The Hunger Games: Catching Fire

Jahr: 2013

Regie: Francis Lawrence

Länge: 146 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12

Kurzinhalt: Katniss und Peeta kehren, nachdem sie das Kapitol ausgetrickst haben, als Gewinner der 74. Hungerspiele in ihren Heimatdistrikt 12 zurück. Fortan leben sie zusammen mit Haymitch im Dorf der Gewinner und bereiten sich auf die Tour der Sieger vor. Für die Kameras spielen die beiden nach wie vor das glückliche Liebespaar. Präsident Snow ist jedoch überhaupt nicht davon überzeugt, zumal in ganz Panem seit dem Sieg der beiden Unruhen herrschen und die Bewohner der Distrikte Aufstände provozieren. Zu allem Überfluss stehen die 75. Hungerspiele an, welche ein besonderes Highlight darstellen werden, da dieses Mal, anlässlich des Jubiläums, die Tribute aus den bisherigen Siegern ausgelost werden. Katniss und Peeta müssen sich erneut in die Arena begeben und ums Überleben kämpfen.

 

Kritik

Handlung/Drehbuch

Die Handlung des Films hält sich stark an die Buchvorlage, was Fans der Trilogie durchaus gutheißen werden. Auffallend ist jedoch, dass das Drehbuch den Fokus nicht nur auf Katniss und ihr unmittelbares Umfeld legt, sondern auch Dinge in den Mittelpunkt rückt, die abseits passieren und von Katniss nicht wahrgenommen werden (können). Die Handlung schreitet schnell voran, wobei anfangs einige Szenen kürzer sein könnten, da sie nicht zum Fortschritt des Plot beitragen (beispielsweise Katniss‘ und Peetas Gespräch im Zug). Dieses tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Die längste Zeit des Films dreht sich jedoch nicht um die eigentlichen Hungerspiele, sondern um deren Vorbereitungen. Die knappen 50 letzten und zudem actionreichen Minuten, in denen die Hungerspiele abgehandelt werden, reichen hierbei jedoch völlig aus, da sonst unnötige Längen entstehen würden, die den Zuschauer nur langweiligen würden.

Sterne: 9/10

 

Darsteller/Schauspielerische Leistung

Der wohl stärkste Aspekt des Films sind die Darsteller. Oscar- und Golden-Globe-Preisträgerin Jennifer Lawrence („Silver Linings“, 2012) beweist, dass sie zu Recht die beiden begehrtesten Filmtrophäen im Jahr 2013 gewonnen hat. Sie lotet den Charakter der Katniss Everdeen sehr fein aus, lässt dabei jedoch noch Interpretationsfreiraum. Besonders beachtlich ist hier ihre Mimik. Selbst ohne Worte schafft sie es, die Emotionen und Gefühle ihres Charakters den Zuschauern zu vermitteln. Auch bei Peeta-Darsteller Josh Hutcherson sieht man eine deutliche Steigerung zum Teil 1. Er nutzt seine längere Bildschirmpräsenz sehr gut aus, und gibt seiner Figur Ecken und Kanten. Zwar ist er noch nicht auf einem Level mit Jennifer Lawrence, jedoch bleibt ihm somit auch noch die Möglichkeit sich in Teil 3 und 4 zu verbessern. Liam Hemsworth als Katniss bester Freund Gale Hawthorne kommt leider (wieder einmal) zu kurz, wenngleich er mehr Bildschirmpräsenz hat, als im ersten Film, kommt er jedoch nicht wirklich zum Zug, was sicherlich auch Drehbuch-bedingt ist. Auch sein Handeln ist nicht wirklich nachvollziehbar und verständlich. Bleibt nur die Hoffnung, dass er in Teil 3 endlich die Gelegenheit bekommt, seinen Charakter mehr auszubauen.

Auffallend ist, dass auch die Nebenrollen hochkarätig besetzt worden sind. Sowohl Donald Sutherland überzeugt auf ganzer Linie als hinterhältiger Panem-Präsident, als auch Oscar Gewinner Philip Seymour Hoffman („Capote“, 2006), der den neuen oberen Spielmacher Plutarch Heavensbee verkörpert.  Hoffman schafft es, den eigentlich negativen Charakter seiner Rolle, sympathisch wirken zu lassen. Die Auswahl der Darsteller der Siegertribute lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Extrem sympathisch ist hier Jena Malone die bereits in „Sucker Punch“ (2011) überzeugen konnte und auch hier wieder ihr ganzes Können als Johanna Mason (Distrikt 7) zeigt. Dafür bleiben jedoch Sam Claflin als Finnick Odair und Jeffrey Wright als Beetee etwas auf der Strecke, da beide nicht ihr volles Potenzial ausnutzen und ihre Figuren eher blass erscheinen lassen.

Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Elizabeth Banks, die Katniss‘ und Peetas schrille Betreuerin Effie Trinket verkörpert. Im ersten Film wirkt sie noch anstrengend und etwas nervend, wogegen sie es  in der Fortsetzung schafft, ihren  Charakter mehr Leben einzuhauchen und Tiefe zu verleihen, was ihre Figur wesentlich sympathischer macht , und zeigt, dass sie mehr ist, als nur überschminkt und overdressed. Woody Harrelson als Tribute-Mentor Haymitch Abernathy bringt einige gute Lacher und spielt seine Rolle sehr solide. Auch Lenny Kravitz, der den Stylisten Cinna darstellt, zeigt schauspielerisches Talent, hätte jedoch noch mehr geben können.

Sterne 8,5/10

 

Regie

Francis Lawrence, bereits bekannt als Regisseur von „Wasser für die Elefanten“ (2011), führte Regie bei „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ und löst damit Gary Ross ab, der Regisseur bei Teil 1 war. Lawrence arbeitete selbst nicht mit am Drehbuch, was hierbei jedoch nicht negativ ins Gewicht fällt, und dennoch erwähnt werden sollte. Das Hauptaugenmerk legt er auf Katniss. Dem Zuschauer wird der Film zum großen Teil aus ihrer Perspektive präsentiert. Kurze Abschweifungen dieses Blickwinkels bieten Szenen im Kapitol. Diese Szenen fallen jedoch teilweise etwas kurz aus und hätten etwas mehr ausgebaut werden können. Jedoch bleibt hier auch die Gefahr, die eigentliche Handlung aus dem Auge zu verlieren und den Schwerpunkt auf Nichtigkeiten zu legen, von daher ist  die Ausführung der Regie schon sehr gut gewählt. Er hat jedoch noch etwas Spielraum und man kann hoffen, dass er diesen bei seiner Regiearbeit in Teil 3 und 4 noch mehr ausnutzt.

Sterne 9/10

 

Kameraführung

Die Kameraführung fällt im Gegensatz zu Teil 1 wesentlich besser aus. Besonders bei den Arena-Szenen merkt man, dass auf Handkamera verzichtet wurde. Dadurch wirkt alles koordinierter, sauberer und weniger wackelig. Was jedoch besonders hervorsticht, ist, dass der Kamerafokus offensichtlich auf die Personen gelegt wurde. Landschaftsaufnahmen kommen, vor allem während der Tour der Sieger einfach zu kurz. Hier hätte man mehr von Panem zeigen können. Als Zuschauer bekommt man lediglich einen Eindruck davon, wie es u.a. im Dorf der Sieger, in Distrikt 12, dessen Schwarzmarkt und Distrikt 11 aussieht (und hierbei wird auch nur größtenteils der Marktplatz gezeigt), man kann sich keinerlei Vorstellungen darüber machen, wie es in Panem und dessen Distrikten wirklich aussieht. Das Kapitol hingegen wird ausführlicher dargestellt, was allerdings schon aus Teil 1 bekannt ist, und alles schon mal irgendwie gezeigt wurde. Vielleicht bekommt man in Teil 3 und 4 mehr Einblicke von Panem und löst sich etwas von Kapitol-Aufnahmen.

Sterne 7,5/10

 

Schnitt

Den Cuttern ist ein überaus anschaulicher Schnitt gelungen, besonders in „ruhigen“ Szenen. Zu kritisieren ist jedoch, dass in Kampfszenen die Schnittfolge teilweise so schnell ist, dass zwar Action und Spannung erzeugt werden, es zuweilen jedoch einfach nur überfordert und verwirrt. Es gibt zum Teil Szenen, in denen man sich im Nachhinein fragt: „Wer hat hier eigentlich gerade wen umgebracht?“ und „Wer ist jetzt eigentlich tot?“. Da solche Szenen jedoch nur selten vorkommen, beeinträchtigt dies nur mäßig die Qualität des Filmes.

Sterne 8/10

 

Spezialeffekte

Was man den Effektkünstlern in jedem Fall hoch anrechnen muss, ist die Tatsache, dass der Film nicht mit Spezialeffekten überhäuft wurde, sondern ein gutes Mittelmaß gefunden wurde, diese gekonnt zum Einsatz zu bringen. Während in der ersten Hälfte des Filmes noch etwas zaghaft mit Effekten umgegangen wurde, kommen diese dann in der zweiten Hälfte sehr gut und glaubhaft zur Geltung.

Sterne 9/10

 

Szenenbild

Die Ausstattung in „Catching Fire“ ist gut ausgearbeitet, lässt jedoch noch Wünsche offen, beispielsweise Darstellungen einzelner Distrikte, sodass man sich ein besseres Bild von Panem machen kann. Das Kapitol wurde sehr gut in Szene gesetzt, wie bereits in Film 1. Die Arena fällt in der Fortsetzung besser aus, als im Vorgängerfilm. Auch das erneut futuristisch gestaltete Füllhorn passt sich dieses Mal besser in die Handlung ein.

Sterne 8/10

 

Kostüme

Die Kostüme gehören bei „Die Tribute von Panem“ mit zu den markantesten Sachen im Film.  Wie bereits in Teil 1 bekommt man hier sehr detailliert ausgearbeitete, teilweise auch skurrile Textilkunstwerke zu sehen, die sehr liebevoll gestaltet wurden. Besonders hervorstechend sind hierbei die Outfits von Effie Trinket und den Tributen. Was jedoch absolut fehl am Platz ist, sind die Uniformen (wenn man es überhaupt so nennen kann) der Friedenswächter. Diese gleichen eher einem Superheldenkostüm mit dazu passenden Motorradhelm, als einer Uniform. Über diesen kreativen Faux-pas könnte man hinwegsehen, wenn man die Friedenswächter im Film nur selten zu sehen bekäme, da sie jedoch besonders im ersten Viertel des Films stets präsent sind, wirkt deren ganze Aufmachung eher lächerlich, als es vielleicht eigentlich gedacht war.

Sterne 8/10

 

Make-Up/Frisuren

Auch die Maskenbildner haben volle Arbeit geleistet, und das nicht nur bei den Kapitol-Menschen, bei denen das Make-Up sehr bizarr und überschminkt wirkt. Auch die Verletzungen, die den Tributen in der Arena zugefügt werden, sind sehr gut dargestellt und ausgearbeitet. Die Hairstylisten haben sich vor allem in den Kapitol-Szenen austoben können und hier eindrucksvolle Frisuren zustande gebracht. Bei Szenen außerhalb des Kapitols, nämlich in den Distrikten und der Arena wurden einfachere Haarschnitte präsentiert, was allerdings nicht negativ ist, sondern das Ganze sehr gut unterstreicht.

Sterne 9,5/10

 

Filmmusik

Für den Score ist James Newton Howard verantwortlich, der bereits für u.a. „Pretty Woman“ (1990), „King Kong“ (2005) und „Die Tribute von Panem-The Hunger Games“ (2012) die Filmmusik komponiert hat. Der Score unterstreicht besonders in actionreichen Szenen sehr gut die Stimmung und Spannung, während er sich in eher emotionalen Szenen ruhig verhält. Für diese Szenen hätte man noch etwas mehr auf Emotionen setzen können. Es fehlen eingängigere Melodien, die einen sofort ein bestimmtes Feeling vermitteln, einen berühren und im Ohr hängen bleiben. Dennoch liefert Howard hier einen guten Score ab, der gute starke Momente enthält, aber eben leider auch schwache.

Sterne 7/10

 

Gesamteinschätzung

Im Großen und Ganzen bekommt man mit die „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ eine gute und unterhaltsame Fortsetzung zu „The Hunger Games“ (2012) geboten, die sehr aufwändig und mit viel Liebe zum Detail dargestellt ist. Eine Besserung zum 1. Teil ist deutlich sichtbar, jedoch sind teilweise auch noch Verbesserungen in Teil 3 und 4 möglich. Obwohl der Film bei Weitem nicht perfekt ist und einige Schwächen aufweist, die die Qualität des Filmes aber nur minder beeinflussen, überwiegen die Stärken des Films eindeutig und machen ihn absolut ansprechend und sehenswert.

Sterne 8/10

1 Kommentar 1.12.13 14:09, kommentieren